Perlen testen

Kann ich selber Perlen testen und erkennen, ob eine Perle echt ist oder nachgeahmt wurde ?

Zunächst einmal muss hier ganz deutlich der Unterschied zwischen einer echten Perle und einer Zuchtperle erläutert werden, da es wirklich immer und immer wieder verwechselt wird :

Eine echte Perle entsteht immer zufällig durch Einschwemmung von Fremdkörpern oder Epithelzellen einer anderen Muschel. Die Muschel versucht nun den Eindringling abzusondern und umkleidet ihn dabei mit der begehrten Perlmuttsubstanz (Aragonit genannt). Wer es genauer wissen will, der kann dazu in unseren Perlen Informationen nachlesen. Dort wird genau beschrieben, wie Naturperlen / echte Perlen heranwachsen.
Bei der Entstehung einer Zuchtperle nutzt man genau dieses Wissen aus und implantiert einen Kern (meist aus gemahlenen Muschelschalen) in die Gonade der Zuchtmuschel. Auch hier versucht die Muschel den Eindringling wieder abzuwehren und umkleindet ihn mit der gewünschten Perlmuttsubstanz.

Wo ist denn dann der Unterschied zwischen einer Naturperle und einer Zuchtperle ?

Antwort : Es gibt bis auf den Kern in der Zuchtperle keinen chemisch oder physikalischen messbaren Unterschied zwischen beiden Perlenarten !! Man kann also nicht etwa durch einfache Testverfahren eine Naturperle von einer Zuchtperle unterscheiden, da die beiden ja mit derselben Perlmuttsubstanz umhüllt sind.

Kann ich denn selber Naturperlen/ Zuchtperlen von Imitationsperlen unterscheiden ?

Sie werden im Internet eine ganze Reihe von Ratgebern finden, die Ihnen sagen, das es ganz leicht wäre, Zuchtperlen bzw. Naturperlen von Imitaten zu unterscheiden. Dabei soll man doch nur die Perlen nehmen und an den eigenen Zähnen reiben. Wenn es sich dann rauh und kratzig anfühlt, so hat man es mit einer echten Perle/ Zuchtperle zu tun.

Die richtige Antwort lautet aber leider : Es ist (mit einfachen Mitteln) heute nicht mehr so leicht Naturperlen bzw. Zuchtperlen von synthetischen/ nachgeahmten Perlen zu unterscheiden. Der "Zahntest" ist sicherlich ein schnelles Hilfsmittel um erste Vermutungen anzustellen, leider bleibt es aber auch bei diesen Vermutungen. Es mag sein, das man mit dem "Zahntest" Wachsperlen/ Kunststoffperlen/ Glasperlen von Naturperlen bzw. Zuchtperlen unterscheiden kann. Das war es aber dann auch. Aus gemahlener Muschelsubstanz hergestellte Perlen, kann man so nicht einfach erkennen.

Warum ist der "Zahntest" nicht 100% ig sicher ?

Heutzutage werden die meisten Perlen in großen Poliertrommeln mit Walnußgranulat poliert. Die Poliertrommeln drehen sich dabei oft viele Stunden und polieren die Perlen glatt. Man erreicht so deutlich glänzendere Perlen-Oberflächen und erzielt natürlich auch bessere Verkaufspreise. Leider werden beim Trommelpolieren aber auch die Voraussetzungen für den einfachen "Zahntest" entfernt. Im Ergebnis fühlt sich die auf Hochglanz polierte Perle an den Zähnen auch nicht mehr so rauh und sandig an. Der Zahntest mag also für unpolierte Perlen durchaus sinnvoll sein, bei den heute intensiv polierten Perlen braucht man aber sehr viel Erfahrung, um noch deutliche Unterschiede wahrzunehmen.

Wie testen denn dann die Profis Perlen ?

Professionelle gemmologische Labore besitzen Hilfsmittel, die den normalen Kunden nicht zur Vefügung stehen. Es gibt Hochleistungsmikroskope, die den Aufbau der Aragonitschicht sichtbar machen können. Zudem gibt es Röntgengeräte, die Perlen durchleuchten und einen implantierten Kern zeigen. Diese Gerätschaften kosten aber ein Vermögen und sind daher nur den Laboren und Forschungseinrichtungen vorbehalten. Bei größeren Perlen kann man aber oft an den Bohrungen (mit einer guten Lupe betrachten) den Zuchtperlmantel entdecken und so die Echtheit einer Zuchtperle bestätigen.

Übrigens bedeutet ein hochwertiger Perlenverschluss auch nicht automatisch, das die Perlen echt bzw. hochwertig sind ! Im Laufe eines Lebens werden Perlen gerne Dutzende Male neu gefädelt und mit Schließen neu bestückt. Wer kann dann noch garantieren, das die echt goldene Perlenschließe der Oma auch zu den angeknüpften Perlen gehört.

An den Wachstumsmerkmalen (Spots) soll man doch Perlenarten erkennen können ?

Auch kein sicherer Test. Die Natur hält sich nicht an Regeln, daher sind Ratschläge von nach innen oder außen gerichteten Merkmalen auch kein sicherer Ratgeber. Zudem sind ja gerade die hochwertigen Perlen frei von deutlich sichtbaren Wachstumsmerkmalen.

Fazit : Vertrauen Sie nur einem Profi, der Ihnen mit seinem Namen für die Echtheit bürgt. Wir machen diese Arbeit seit 1988 und legen jedem Kunden auf Wunsch (gegen Aufpreis) unabhängige Gutachten eines gemmologischen Labors anbei.

Hammer versus Perlen oder was passiert wenn ich mit einem Hammer auf eine Perle schlage ?

Wir haben extra für Sie verschiedene Perlenarten mit dem Hammer getestet (keine Sorge, es waren alles sehr preiswerte - mindere Qualitäten). Was sich martialisch anhört, lässt bei allen Zuchtperlen (Ausnahme: Süßwasserperlen kernlos) ein interessantes Ergebnis erkennen. Der Kern aus gemahlener Muschelsubstanz wird sichtbar. Darauf gewachsen ist der gewünschte Perlmuttmantel (Aragonit). Dieser einfache Test zeigt anschaulich den Aufbau und die Struktur der verschiedenen Perlenarten. Alle im Handel erhältlichen Zuchtperlen haben übrigens diesen 2 - Schichten Aufbau. Naturperlen haben wir natürlich nicht getestet. Hier war uns ein Hammertest verständlicherweise zu kostspielig.

Hammer versus PerlenDie Kandidaten : Süßwasserperle, Südseeperle, Süßwasser-Keshi, Muschelkernperle, Akoyaperle, Tahitiperle (Von links oben nach rechts unten)

SüßwasserperleDiese Süßwasserperle zeigt uns Ihren implantierten Kern. Eine dicke Perlmuttschicht ist um den Kern gewachsen. Die meisten Süßwasserperlen haben übrigens keinen Kern.

SüdseeperleEine Südseeperle (schlechter Qualität) nach dem Hammertest. Der implantierte Muschelkern ist zu sehen. Hochwertige Südseeperlen haben eine deutlich dickere Perlmuttschicht.

Süßwasser-KeshiperleEine Süßwasser Keshiperle entsteht durch implantiertes Epithelgewebe einer anderen Muschel. Das Gewebe löst sich am Ende auf und ein Hohlraum (ohne Kern) bleibt zurück.

MuschelkernperleEine Muschelkernperle entsteht synthetisch aus gemahlenem Muschelkalk mit einer dünnen Lackschicht. Muschelkernperlen wachsen also nicht in einer Zuchtperl-Muschel !!

AkoyaperleDie Akoyaperle ist die kleinste Zuchtperle. Sie hat einen hellen, implantierten Kern mit einer dünnen Perlmuttschicht. Akoyaperlen wachsen sehr langsam und werden nicht groß.

TahitiperleDie Tahitiperle hat ebenfalls einen implantierten Kern aber eine dicke Perlmuttschicht. Tahitimuscheln scheiden deutlich mehr Perlmutt ab und glänzen entsprechend.