Naturperlen-Orientperlen

Naturperlen können prinzipiell in allen Perlenmuscheln heranwachsen. Dabei ist aber kein menschlicher Eingriff erforderlich, sondern lediglich ein wenig Glück und besonders viel Geduld. Die Perlenzucht mithilfe der Bekernung wird ja erst seit ca. 100 Jahren industriell ausgeführt. Schon hunderte Jahre zuvor wurde aber bereits nach Perlen Muscheln getaucht, in der Hoffnung, dass sich eine natürliche Perle darin findet. Die Chance, eine natürlich gewachsene Perle dabei zu "ertauchen", ist aber sehr gering. Bei einhundert getauchten Muscheln wird sich vielleicht nur eine, mehr oder weniger runde, natürliche Perle, gefunden haben.
Auch bei den natürlichen Perlen ist es wieder ein Eindringling, welcher die Perlenentstehung beeinflusst. Heute weiß man aber, dass es nicht auf die Größe und die Art des Eindringlings ankommt, sondern nur auf die Tatsache, ob er Kontakt mit dem umliegenden Epithelgewebe hatte. Nur dieses Gewebe besitzt  die Fähigkeit, die Perlmuttsubstanz auszubilden. Der Hauptbestandteil der Perlensubstanz (dem Lüster) besteht dabei aus Calciumcarbonat Mineralen (vorwiegend Calzit und Aragonit). Diese Minerale werden in winzigsten Schichten von nur 0,5 Mikrometer Dicke abgeschieden. Dies ist der Grund für den komplizierten physikalischen Prozess, der das samtene Leuchten der Perlen bewirkt. Der Aufbau der Perlmuttschicht ist auch nicht eben; es schieben sich sechseckige Kristalle über- und untereinander. Wenn man einmal mit den eigenen Zähnen an einer Perle reibt, so merkt man die schmirgelnde Struktur, bzw. den unebenen Aufbau der Perle. So fühlt sich also eine echte Perle (oder auch eine Zuchtperle) an.
Die ersten Naturperlen wurden übrigens im persischen Golf ertaucht, daher nannte man diese Naturperlen auch Orientperlen. Mit dem Begriff Orientperle oder Naturperle meint man also immer Perlen, welche ohne Menschenhand entstanden sind. Naturperlen oder Nuturperlen Colliers, sind heute fast nicht zu bezahlen. Ein Collier im Verlauf aus echten Naturperlen kann leicht so teuer wie ein gutes Einfamilienhaus werden. Wer jetzt aber denkt, dass diese Naturperlen wohl eine überragenden Lüster haben müssen, der wird enttäuscht sein. Die meisten Naturperlen besitzen überhaupt keinen Glanz. Sie sehen aus wie matte Kalkkkugeln und können mit dem Lüster heutiger Perlenzuchten gar nicht mithalten.
Wie man denn überhaupt feststellt, ob eine Perle natürlichen Ursprungs ist ?

Man kann durch eine Rötgenuntersuchung ganz leicht erkennen, wie eine Perle im Inneren aufgebaut ist. Bei einer Zuchtperle erkennt man deutlich in der Aufnahme eine gewachsene Schicht um einen schattenlosen Kern. Genau diese Schicht besitzt eine Naturperle nicht, denn sie besteht ja durch und durch aus Perlmuttsubstanz, welche in vielen Jahrzehnten angewachsen ist. So ist es also heute ein leichtes, die Naturperle von der Zuchtperle zu unterscheiden.