Conchperlen-Meloperlen

Conchperlen sind die exclusivsten aller Perlen überhaupt und trotzdem nur ganz wenigen Menschen bekannt. Jeder Mensch denkt bei dem Stichwort Perlen wohl immer sofort an Perlen-Muscheln. Dies ist jedoch nicht ganz richtig, denn es gibt auch Ausnahmen : Die Schnecke Strombus Gigas, auch genannt Fechterschnecke oder kurz Conch Schnecke, ist Eine davon. Sie ist eine der größten Schnecken weltweit und lebt im Salzwasser der Karibik und in den warmen Gewässern Floridas und Brasiliens. Dort weidet die riesige Schnecke auf Seegraswiesen im flachen Wasser und kann so zur leichten Beute für Taucher und Schneckensammler werden. Das Fleisch der Schnecke wird vor allem in der Dominikanischen Republik roh oder gegart verspeist. Die Schneckengehäuse werden zu kunstgewerblichen Gegenständen verarbeitet und dann an Touristen verkauft. Da der Bestand dieser wunderschönen Schnecken immer geringer wurde, hat man die Fechterschnecke mittlerweile dem Washingtoner Artenschutz-Übereinkommens unterstellt. Der Handel mit der Fechterschnecke ist somit streng reglementiert. Nur sehr selten wächst im Schneckengehäuse eine Perle heran. Es handelt sich dabei immer um Naturperlen, denn Conchperlen können nicht gezüchtet werden. Perle ist dabei auch gar nicht der richtige Ausdruck, denn es handelt sich bei der so entstanden "Conchperle" gar nicht um eine echte Perlmuttsubstanz.

ConchperlenConchperlen jeweils 1 Karat

Die chemische Zusammensetzung der Conchperlen ähnelt eher derer von Gallen-oder Nierensteinen beim Menschen. Die Chance eine Conchperle zu finden ist extrem gering. Man vermutet sogar, dass in 10.000 geöffneten Schneckengehäusen nur eine einzige Conchperle zu finden ist. Daher werden Conchperlen auch eher zufällig in von den Fischern bei der Öffnung der Fechterschnecken entdeckt. Die gefundenen Conchperlen sind dann meist auch nicht rund, sondern eher oval und unscheinbar. Mit durchschnittlich 3-4mm Größe sind die Conchperlen auch eher "Zwerge im Perlenreich". Wenn dann aber einmal eine große Conchperle mit dem begehrten orange-oder pinkfarbenen "Flammenmuster" gefunden wird, so ist dies schon ein kleiner Lottogewinn. Eine einzige gute Conchperle kann leicht 10.000.- Euro oder mehr kosten. Conchperlen gibt es aber auch in weiß, gelb oder braun. Nur extrem wenige Conchperlen haben die begehrte Farbe pink. Conchperlen verlieren mit der Zeit die Farbe. Es gibt Vermutungen, das grelles Licht oder große Hitze den in der Perlen enthaltenen Farbpigmenten Schaden zufügen kann.  

Meloperlen stammen auch aus einer großen Schnecke mit dem Namen "Zebraschnecke" oder "Melonenschnecke". Sie lebt im Indopazifik und erreicht eine Größe von max. 25cm. Der Name der Gattung heißt Melo, weshalb die entstandenen Perlen auch Melo Perlen oder kurz Melo Melo genannt werden. Auch hier handelt sich nicht um richtige Perlen, da die chemische Zusammensetzung überhaupt nicht derer von Zuchtperlen gleicht. Die von den Melonenschnecken erzeugten Perlen entstehen ebenfalls rein zufällig und sind auch nur ein seltener "Beifang". Meloperlen sind oft gelb bis rosafarben, seltener weiß oder braun und ähnlich selten wie die Conchperlen. Sie sind allerdings deutlich größer als Conchperlen; und so ist die größte vor Vietnam gefundene Meloperle fast so groß wie ein Golfball. Auch Meloperlen zeigen in besten Qualitäten das begehrte Flammenmuster. Ebenfalls ist bei Meloperlen die bevorzugte Farbe orange bis rot. Auch Meloperlen verlieren bei Licht und Wärme langsam ihre Farbe, daher sollte man diese Kostbarkeiten nicht dem hellen Tageslicht oder zu großer Wärme aussetzen.