Keshiperlen

Keshiperlen (oder auch Mohnsamenperlen genannt) entstehen rein zufällig in einer Zuchtperlenmuschel und sind neben den Saatperlen die kleinsten aller Perlen.
Sie entstehen oft, wenn die Perlenmuschel das Implantat abstößt, bevor die Zucht beendet ist. Das Mantelgewebe der Perlauster öffnet sich und es entstehen Perlensäckchen ohne den zuvor implantierten Kern. Diese Perlensäckchen wachsen dann schließlich zu vollwertigen Keshiperlen heran.

KeshiperlenSalzwasser Keshiperlen

Daneben können Keshiperlen auch entstehen, wenn durch eine Verletzung fremdes Mantelgewebe einer Perlmuschel eingeschwemmt wird. Es reichen winzige Mengen an fremdem Gewebe aus, um diesen Perlen-Wachstumsprozess zu initieren. Nicht viel anders wird schließlich auch eine "echte" Zuchtperle produziert.

KeshiperlenKeshiperlen aus einer Tahitiperlmuschel

Keshiperlen sind also, wie die meisten Süßwasserzuchtperlen auch, kernlose Perlen, da sich kein Implantat mehr im Inneren befindet. Sie sind somit weder richtige Zuchtperlen noch richtige Naturperlen. Man kann Keshiperlen also eher als Zwitter in der Welt der Perlen bezeichnen.

Keshiperlen bestehen zu 100% aus reiner Perlsubstanz. Der Lüster dieser Perlen ist daher oft atemberaubend. Eine gute Keshiperle steht im Lüster einer Salzwasserzuchtperle in nichts nach.
Keshiperlen können zwar in allen Zuchtperlmuscheln vorkommen, jedoch sollen nach den gemmologischen Richtlinien nur die aus dem Salzwasser stammenden Keshis auch so benannt werden. Diese Vorschrift hält jedoch die Chinesischen Perlenzüchter nicht davon ab, auch die aus den Süßwassermuscheln zufällig entstanden Perlen als Keshis zu bezeichnen. Daher werden Sie, wenn Sie im Internet nach Keshiperlen suchen, zumeist im Süßwasser gewachsene Keshiperlen finden.

Wir wissen zwar um diesen Namenskonflikt, benennen aber ebenfalls unsere kleinen Perlen aus dem Süßwasser als Keshiperlen. Da der Chinesische Perlenhandel mit Abstand weltweit der Größte ist, ist dies den Gepflogenheiten der Chinesischen Züchter geschuldet. Wir klären Sie trotzdem an dieser Stelle über den richtigen Umgang mit dem Wort Keshi auf. Im Perlenhandel spricht aber jeder Chinese von Keshis und würde Sie auch gar nicht verstehen, wenn sie plötzlich Einwände vorbringen. Also, nehmen Sie es einfach so hin, man spricht in Fachkreisen immer von Keshis, wenn es um zufällig in einer Zuchtperlenmuschel entstandene Perlen geht.

KeshiperlenKeshiperlen aus dem Süßwasser


Es ist auch nicht klar, ob wirklich jede Keshi zufällig entstanden ist oder ob nicht der Züchter mit ein wenig Gewebe einer anderen Muschel nachgeholfen hat. Nach der Ernte kann schließlich keiner mehr sagen, ob die Keshiperle zufällig oder beabsichtigt entstanden ist. Was jedoch sicher ist, das gerade geerntete Süßwassermuscheln im frischen Wasser oft spontan Keshiperlen ausbilden. Die Chinesen kennen dies natürlich auch und haben für diese Form der Zucht den Namen "zweites Leben" gewählt. Ein Großteil der Chinesischen Süßwasser Keshis kommt wohl daher aus dem zweiten Leben.

KeshiperlenKeshiperlen barock Süßwasser

Zurück zu den Salzwasserkeshis:

Die kleinste aller Perlmuscheln, die Akoya Perlen Muschel, produziert entsprechend auch nur kleine Keshiperlen. Diese Keshis sind mit 2mm Durchmesser wirklich winzig und eher hell bis silbern gefärbt. Südseemuscheln können da schon deutlich größere Keshis von bis zu 10mm produzieren. Die Farbpalette entspricht auch hier den Farben, welche auch in der traditionellen Südseeperlenzucht vorkommen. Zum Schluß sind da noch die Tahiti-Keshis. Sie können ebenfalls Perlen von ca. 10mm Größe hervorbringen und daneben auch mit einem deutlich größeren Farbspektrum glänzen. Auch hier gilt, das die bei Tahitperlen möglichen Farben auch bei den Tahiti-Keshis gefunden werden.